Gebäudeintegration

Als Gebäudeintegration in der Solarenergiegewinnung wird der technische Zustand beschrieben, wenn die Elemente einer Solarenergieanlage neben ihrer primären Bestimmung zur Energieerzeugung gleichzeitig untrennbar mit dem Gebäude verbunden sind und zusätzliche technische Funktionen (z.B. als Verschattungselement oder in sicherheitstechnischer Funktion) übernehmen.
Diese Elemente sind somit integrierter Bestandteil des gesamten Gebäudekonzeptes und bestimmen maßgeblich dessen Erscheinungsbild mit. Gebäudeintegrierte Anlagen umfassen derzeit einen Gesamtanteil von 3-4% am Gesamtvolumen des Marktes. Dieser geringe Anteil ist mehreren Rahmenbedingungen geschuldet, die zum Einen im technischen Konzept an sich, zum Anderen auch in vermeintlichen, in der Öffentlichkeit vorgetragenen Kritikpunkten ihren Ursprung haben. Drei dieser Kritikpunkte beleuchten wir im Folgenden näher:
Herausforderung 1: Kosten
Als Haupthemmnis werden im Bereich Gebäudeintegration immer wieder die hohen Kosten genannt. Dies ist auch ein Grund, warum gebäudeintegrierte Systeme im Regelfall nur an prestigeträchtigen Gebäudehüllen zu finden ist. Ein Hauptanliegen ist es, neben einer umfassenden technischen und anwendungsorientierten Information von Architekten und Bauplanern eine nachvollziehbare Kostentransparenz zu schaffen.
Dabei ist es wichtig, alle relevanten Kostenfaktoren zu berücksichtigen. Die Mehrkosten für eine Gebäudeintegration ergeben sich aus der Differenz der Kosten der integrierten Solarenergiesysteme im Vergleich zu den eingesparten Fassadenmaterialien und den Mehrkosten für die Montage und technischen Anschlüsse. Dagegen muss der Energieertrag gerechnet werden, die über eine geschätzte Lebensdauer (20-25 Jahre durch Garantie des Herstellers abgedeckt, in der Praxis erfahrungsgemäß länger) erzielt wird.
Herausforderung 2: Fehlende Kenntnisse und Erfahrungen
Viele Architekten und Fassadenbauer haben auf Grund mangelnder Nachfrage oder technologischer bzw. gestaltungstechnischer Unsicherheiten bis jetzt keinerlei Berührungspunkte zu Gebäudeintegrierten Anlagen aufgebaut. Die Kritik an dieser Stelle ist richtig. Deshalb sehen wir uns im Rahmen des Netzwerks neben vielen anderen Protagonisten mit dem gleichen Anliegen in der Pflicht, eine umfassende Information zur Gebäudeintegration an ein möglichst breit gefächertes Fachpublikum zu leisten und somit die Berührungsängste so manchen Planers oder Investors mit diesem Bereich abzubauen.
Herausforderung 3: Eingeschränkte gestalterische Möglichkeiten
Viele Architekten bemängeln eine geringe Flexibilität bei der Gestaltung von gebäudeintegrierten Systemen. Dabei sind mit dem Einsatz gebäudeintegrierter Solarsysteme viele Gestaltungsmöglichkeiten gegeben und werden in einem beständigen Entwicklungsprozess immer mehr erweitert. Neben der Verwendung von Oberflächenstrukturierungen, der Verwendung farbiger Deckgläser ist der Einsatz flexibler Modulgrößen und -formen heute denkbar.
Und nicht zuletzt: Eine integrierte Fassade signalisiert nach außen hin eine neue Gebäudequalität, das Bewusstsein und die Hinwendung zu regenerativen Energien.

